Herzlich willkommen

Einführung

Die Forschungen zur Geschichte der Stadt Fritzlar und ihrer Umgebung blicken auch ihrerseits auf eine lange Vergangenheit zurück, die Thema dieser Seite sein soll.

Seit über 500 Jahren gibt es Rückblicke und Erwägungen zum Ursprung und zur Entwicklung der nordhessischen Region. Es sieht so aus, als ob die Erinnerungen ihren Ausgangspunkt stets in der Zeit nähmen, in welcher die uns auch heute noch bekannten Muster der Strukturen, Siedlungen, Straßen, wirtschaftliche und politische Zusammenhänge, ihren Anfang genommen hätten, also im 6.-7. Jahrhundert. Kenntnisse über fernere Epochen darüber hinaus verdanken wir erst dem späten Mittelalter und der frühen Neuzeit ab dem 15.-16. Jahrhundert eher indirekt durch die neuerliche Kenntnisnahme antiker Schriftquellen.
Ob man dabei den Wissenstand von Wiegand Gerstenberg in seiner „Frankenberger Chronik“ um 1500, Wilhelm Dilich „Hessischer Chronik“ von 1605, Mathhäus Merians „Topographia Germaniae“ von 1646 und  über die Geschichte der Büraburg von Johann Hermann Schmincke (eigentlich Johann Conrad Wetzel) von 1717 jeweils so wörtlich und wahrhaftig verstehen darf wie sie ihrerzeit ihre antiken und früh- bis hochmittelalterlichen Quellen interpretierten, muss die Aufgabe der folgenden, heutigen und zukünftigen Forschungen zeigen. Aus dem Grund wurde diese Seite eingerichtet, die in kontinuierlicher Sammlung wissenschaftlicher Äußerungen die Entwicklung der Beschäftigung mit diesen Themen darstellen soll.

Dabei kommt es auch zur Präsentation von Erörterungen, die nicht unbedingt von der traditionellen, vor allem schriftlichen, Quellenlage gedeckt sind. Das findet einmal seinen Grund darin, dass hier auch archäologisch erschlossene Befunde eine Rolle spielen. Zum anderen mag auch in einigen Fällen die Frage von Interesse sein, inwieweit Schriftquellen einer kritischen Hinterfragung bedürfen. Das ist auch deswegen nötig, weil z. B. in Epochen eingeschränkter Schriftkundigkeit man durchaus nach der Ursache,  dem Zweck eines Schriftsatzes und der Stellung des Autors in Politik und Gesellschaft zu fragen hat. Es hat in den letzten Jahren eine intensive Diskussion über die Möglichkeit zur Fälschung und Nachfertigung  mittelalterlicher Urkunden stattgefunden, der aber an dieser Stelle nicht im Detail nachgegangen werden kann.

Zu den angesprochenen Themen gehören die Geschichte des Platzes selber, auf dem sich heute die Alt- aber auch Kernstadt Fritzlar befindet, die nahe Büraburg und ihre Umgebung, die inzwischen in kleinen Teilen auch archäologisch erschlossenen Dorfwüstung Holzheim südlich der Eder sowie historische Befunde der Ortsteile Fritzlars und weiterer Gebiete unserer nordhessischen Umgebung. Vieles entspringt der jahrzehntelangen Arbeit am Regionalmuseum Fritzlar sowie den laufenden  Kontakten mit Fachkollegen aus nah und fern.

Eine besondere Abteilung soll ein Quellen- und Literaturverzeichnis bilden, in dem so vollständig wie machbar alle bisher bekannten Schriftsätze aufgeführt sind.

Dr. phil. Johann-Henrich Schotten